Polizeiliche Kriminalstatistik 2021 des Polizeipräsidiums Nordhessen

Erneut höchste Aufklärungsquote und wenig Straftaten insgesamt

Polizeipräsident Konrad Stelzenbach

 

Sehr geehrte Leserin, sehr geehrter Leser,

am Anfang eines jeden Jahres ziehen Polizeibehörden in Deutschland Bilanz zur Kriminalitätsentwicklung in ihren Zuständigkeitsbereichen und veröffentlichen die Zahlen in der Polizeilichen Kriminalstatistik für das jeweils abgeschlossene Vorjahr. Als Präsident des Polizeipräsidiums Nordhessen darf ich den Bürgerinnen und Bürgern der Stadt Kassel und der Landkreise Kassel, Schwalm-Eder, Waldeck-Frankenberg und Werra-Meißner an dieser Stelle nun die Fallzahlen der PKS für das Jahr 2021 vorstellen und sie über bedeutsame Kriminalitätsentwicklungen informieren. Besonders freut es mich, dass ich den Menschen in unserer Region mit dieser Veröffentlichung die Botschaft überbringen kann, dass sie in Nordhessen weiterhin sehr sicher leben.

Erneut höchste Aufklärungsquote und wenig Straftaten insgesamt

Die Gesamtzahl der Straftaten ist mit 39.911 Fällen im vergangenen Jahr weiterhin auf einem niedrigen Niveau geblieben und im Vergleich zu früheren Jahrzehnten um ein Vielfaches niedriger. Hinzu kommt, dass die Polizei Straftaten, wenn sie passiert sind, dank besserer personeller, materieller und technischer Ausstattung viel häufiger aufklärt als früher. Die Rekordaufklärungsquote vom Vorjahr in Höhe von 64,5 Prozent konnten wir auch im Jahr 2021 wieder erreichen.

Niedrige Zahlen beim Wohnungseinbruch

Mit Blick auf einzelne und bedeutsame Deliktsbereiche fällt gleich ins Auge, dass sich die Zahlen des Wohnungseinbruchs mit 588 Delikten erneut auf einem sehr niedrigen Niveau befinden. Im Vergleich zum Vorjahr 2020, als stärkere Pandemie-Effekte die Kriminalitätszahlen allgemein auf langjährige Tiefststände sinken ließen, ist zwar ein marginaler Anstieg um 48 Fälle zu verzeichnen, langfristig sind die Einbruchszahlen aber drastisch zurückgegangen. Dies zeigt ein Blick nur fünf Jahre zurück, im Jahr 2016 musste die PKS in Nordhessen noch 1.599 Wohnungseinbrüche verzeichnen. Kaum ein anderes Delikt führt zu einem größeren Verlust beim Sicherheitsgefühl der Bürgerinnen und Bürger, da hier der höchstpersönliche Lebensbereich unmittelbar betroffen ist. Trotz der niedrigen Zahl von 588 Delikten werden wir dennoch den Ermittlungs- und Fahndungsdruck auf Einbrecher weiterhin hochhalten und auch beim Werben für einen guten Einbruchschutz durch unsere vielfältigen kostenfreien Präventionsangebote nicht nachlassen.

Straßenkriminalität steigt, hohe Zahl an Fahrraddiebstählen hierfür ausschlaggebend

Einen Anstieg verzeichnet die PKS im Bereich der Straßenkriminalität um 13,6 Prozent auf 7.444 Fälle. Hier fällt sicherlich ein starker Anstieg von Fahrraddiebstählen in der Stadt Kassel besonders ins Gewicht. Zu diesem Problem haben wir bereits im laufenden Jahr verschiedene Maßnahmen ergriffen und es konnten bereits erste Erfolge erzielt werden. Nichtsdestotrotz werden wir in diesem Deliktsbereich aber weiter gefordert sein und konsequent gegen diese unerfreuliche Entwicklung vorgehen.

Hohes Engagement der Polizeibeschäftigen

Die insgesamt wieder sehr positiv ausfallenden Zahlen sind Beleg für das hohe Engagement der Polizeibeschäftigten in Nordhessen. An dieser Stelle möchte ich daher allen Bediensteten des Polizeipräsidiums Nordhessen ausdrücklich meinen Dank und meine Anerkennung für die geleistete Arbeit und gezeigte hohe Motivation aussprechen. In der momentanen Zeit steht die Polizei vor verschiedensten Herausforderungen. Die Pandemie fordert die gesamte Gesellschaft in allen Bereichen auf das Äußerste. Neben der Bekämpfung und Vorbeugung von Straftaten müssen wir immer häufiger bei Versammlungslagen als neutraler Garant für die Rechte aller Beteiligten einstehen.

Besorgniserregende Anzahl von Widerständen und Angriffen

Neben einem mutmaßlich schwindenden Respekt für die Sicherheitskräfte in unserer Gesellschaft trägt offenbar auch ein falsches Verständnis für die Aufgabe der Polizei dazu bei, dass meine Beamtinnen und Beamten immer häufiger das Ziel von tätlichen Angriffen werden oder mit Widerstandshandlungen konfrontiert sind. Diese traurige Realität zeigt sich am Ende leider auch deutlich in den Zahlen der PKS 2021, die einen starken Anstieg von Widerständen gegen bzw. Angriffen auf Vollstreckungsbeamte um 38 Prozent auf nun 337 Fälle aufweist.

Abschließen möchte ich meine Worte aber ganz bewusst mit einem Dank an die Bürgerinnen und Bürger in Nordhessen. Abgesehen von der besorgniserregenden Tendenz zunehmender Angriffe auf Einsatzkräfte haben sich die allermeisten Menschen im vergangenen Jahr, auch mit Blick auf die Einhaltung der Corona-Regeln und die nötigen Kontrollen durch die Polizei, äußerst verständnisvoll und rücksichtsvoll gezeigt. Die hohe Aufklärungsquote ist zudem ein eindrucksvoller Beleg für das gute Zusammenspiel von Bevölkerung und Polizei sowie für vielfach gezeigte Zivilcourage, denn viele Straftaten könnten wir ohne die Mithilfe der Bürgerinnen und Bürger letztlich nicht aufklären. Ich möchte daher alle Nordhessinnen und Nordhessen ermutigen, weiterhin für einander einzustehen, Zivilcourage zu zeigen und die Polizei dabei zu unterstützen, ihren Beitrag für die Sicherheit in unserer Region zu leisten.

 

Ihr

Konrad Stelzenbach

Konrad Stelzenbach
Polizeipräsident

 

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